16.5.16

Der Mai, die Bäume und die Hoffnung



Schau an, ehe wir es uns versehen ist das halbe Jahr schon fast rum. Schließlich ist der Mai der fünfte Monat im Jahr. Irgendwie beseelt mich aber der Gedanke, dass immer noch alles möglich ist.

Schließlich ist die Natur erst in den letzten Wochen so richtig in die Gänge gekommen. Selbst die etwas zögerlichen Buchen haben jetzt ihr Blätterkleid angelegt. (Ich gestehe, ich mag den Wald mit am am liebsten, wenn das Sonnenlicht durch die hellgrünen Blätter der Buchen schimmert.) Die Kastanien haben ihre Kerzen aufgesteckt und ich hoffe sie halten noch lange durch, bis diese blöde Moniermotte wieder zuschlägt und ihnen die Blätter zerfrisst. Unser Weihnachtsbäume treiben mit hellgrünen Spitzen und wir murmeln wie bei einer Beschwörung „hoffentlich gibt es keinen Frost“ vor uns hin, wenn wir durch die Reihen gehen.

Natürlich hatte ich auch in diesem Jahr wieder vor, einen perfekten Garten zu ... Zu was? Anzulegen, zu gestalten? Wie auch immer. Auch heuer haben mich diverse Projekte wieder einmal davon abgehalten, das zu tun, was ich mir ganz fest vorgenommen hattee. Oder war es der innere Schweinehund? Der findet immer solche tollen Ausreden wie „ist heute zu kalt“ oder „muss noch dies und das machen“. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass ich wenigstens das Ruder noch etwas herumreißen kann. Immerhin ist das Jahr ja noch nicht einmal bis zur Hälfte herum. Mir bleiben noch mehr als sechs Monate um meine Pläne umzusetzen. (So rede ich mir das jetzt schön.)

Davon abgesehen mag ich den Mai wirklich gern. Vor meinem Bürofenster grünt es, als wäre darum ein Wettbewerb ausgerufen. Draußen zwitschern die Vögel so laut, dass man manchmal sein eigenes Wort nicht versteht. Die Nachtigall vergisst die erste Silbe ihres Namens und singt vor lauter Lebenslust auch am Tag. Selbst die Ältesten meiner Katzen freuen sich am Frühling und rollen sich begeistert auch dem Hof herum. Jeden Tag laufe ich zur Glucke und lausche erwartungsvoll auf das Piepen der ersten Küken.

Und so bleibt das Gefühl, dass immer noch alles möglich ist. Ich kann mich dem allgegenwärtige Sprießen, Wachsen und Jubilieren nicht verschließen.
Und weil ich so frühlingsseelig bin, da bemühe ich den Haiku-Generator auf http://virtuell-online.de/NewFiles/haiku1.html. Heraus kommt:

Als ich empor sah,
fand sich der Frühling ein.
Da, horch ein Kuckuck.


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