2.6.18

Es ist ein Kraut entsprungen ...


Als ich vor einigen Jahren, zum ersten Mal meiner Familie verkündete: "Ich gehe ins Kloster", erntete ich erstaunte Blicke und Kopfschütteln. Inzwischen haben sie sich an diesen Ausspruch gewöhnt, denn sie bekommen ihn öfter zu hören. Er bedeutet nichts weiter, als dass ich wieder einmal einen meiner Lieblingsorte, das Kloster Heiligengrabe bei Wittstock, aufsuche, um einen der dort angebotenen Kurse zu besuchen.


Diesmal geht es zum Kräuterkurs. Den bietet meine Lieblingskräuterfrau Beate Hohenstein einmal im Jahr auf dem Klostergelände an. Ich versuche sie seit geraumer Zeit zu überreden, sich bei eBay ein "von" zu ersteigern. Beate von Hohenstein klingt doch einfach umwerfend. Fast wie Hildegard von Bingen. Aber zurück zum Thema. Die Veranstaltung, zu der ich unterwegs bin, nennt sich mit vollem Namen "Wildkräuter-Wochenendseminar" und ich freue mich schon sehr darauf.

Am Freitag den 25.05.2018 reisen insgesamt elf Damen und ein Herr in Heiligengrabe an, um gemeinsam ein Wochenende zu verbringen. Die meisten davon, so auch die Chefin des Ganzen, stammen aus Berlin. Hier aus der Gegend kommen nur zwei. Und ich bin die Einzige, die jeden Abend nach Hause fährt. Das lässt sich leider aus organisatorischen Gründen nicht ändern, obwohl ich es sehr schade finde. Die anderen Teilnehmer sind auf dem Klostergelände in schnuckligen, kleinen Zimmern untergebracht.
Wie fast immer, bei solchen Veranstaltungen, überwiegt der Frauenanteil. Irgendwie kann ich das nicht verstehen, weil ja die "Großen" der Zunft, abgesehen von Hildegard, ja alles Männer sind. Denken wir nur an Paracelsus oder an Wolf-Dieter Storl. (Ich hoffe, der Letztere freut sich, wenn ich ihn in einem Satz mit dem Altmeister nenne.) Hin wie her, wir haben ja wenigstens einen Mann unter uns und machen uns miteinander bekannt.


Das fällt uns leicht, denn Beate empfängt uns mit einem toll gedeckten Tisch und strahlendem Lächeln im Wulfenhaus, einem Gästehaus mit Küche, das zur Klosteranlage gehört. Dabei klang sie vor einigen Stunden noch ganz anders. Recht aufgelöst, berichtete sie mir am Telefon, dass man das Grün auf dem gesamten Klostergelände vor einiger Zeit ordentlich gemäht hätte. Und weil es seit diesen Tagen nicht mehr geregnet habe, sei kaum etwas nachgewachsen. Als ich sie beruhigend auf das Gelände rund um die Teiche hinweisen wollte, konnte sie auch nur mit Hiobsbotschaften aufwarten. Die versandeten Teiche werden gerade renaturiert. Das ist im Prinzip eine gute Sache. Allerdings haben die Baumaßnahmen die Vegetation im Uferbereich arg in Mitleidenschaft gezogen. Da blieb nichts übrig, was man hätte sammeln können.


Das sind keine besonders guten Voraussetzungen für ein Wildkräuterwochenende. Als wir uns dann etwas später gemeinsam die Lage ansehen, war es doch nicht ganz so schlimm, wie auf den ersten Blick befürchtet. Es fanden sich doch noch einige Ecken, an denen wir fündig werden würden.
Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde setzen wir uns und genießen die Köstlichkeiten, die Beate für uns vorbereitet hat. Es gibt jede Menge gesundes Zeugs. Das meiste davon ist selbstgemacht und natürlich vegetarisch. Ich bin fasziniert. Die Arme muss tagelang zuvor in der Küche gestanden haben, um alles vorzubereiten. Knäckebrot, zwei verschiedene Arten eines Möhren-Tomaten-Aufstrichs (exotisch und mediterran), falsche Leberwurst aus Eichelmehl, Nusshonig und weitere leckere Sachen. Ich koste von allem, finde es total lecker und beschließe, dass ich sie überreden werde, ein Kochbuch zu schreiben. 
Während wir noch eifrig beim Essen sind und alles mit aromatisiertem Wasser oder Tee aus frisch gesammelten Kräutern herunterspülen, gibt es die erste Planänderung. Das Kloster hat uns zum Gottesdienst eingeladen und bis auf den freiwilligen Spüldienst, nehmen alle daran teil. Danach werden, wie vorgesehen, organisatorische Dinge besprochen, die Skripte mit den Rezepten ausgeteilt und schon eilen die Kulturbegeisterten unter uns zur nächsten Veranstaltung. In der wunderschönen Kapelle des Klosters wird ein "Frühlingsabend mit sechs Frauengeschichten" angeboten. Ich ärgere mich, dass ich mich nicht vorher darüber informiert habe und nicht daran teilnehmen kann. "Da berühren sich Himmel und Erde - Biblische Erzählungen und Musik" klingt echt spannend. Aber so ist das Leben. Man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen.


Am Samstag den 26.05.2018 trudle ich als letzte in der Küche des Wulfenhauses ein. Die anderen Teilnehmer begrüßen den Tag schon mit warmen Ingwerwasser und angeregten Gesprächen. Obwohl es erst 7:30 Uhr ist, wundere ich mich nicht darüber. Schließlich kenne ich die heilsame Wirkung, die dieses Kloster auf die Menschen hat, die es aufsuchen. Auf meine Nachfrage bestätigen auch alle, dass sie wunderbar geschlafen haben. Und so ergibt ein Wort das andere. Wir erzählen, tauschen uns aus und kommen gar nicht so richtig "aus dem Knick", wie man das so nennt. Dabei wollen wir doch laut Plan erst eine Runde Qigong zum Morgen machen, dann Kräuter fürs Frühstück sammeln und diese auch noch vor der ersten Tagesmahlzeit verarbeiten. Aber Entspannung geht vor, sagen wir uns. Als wir endlich losschlendern hat es niemand besonders eilig. Das ist mir Recht, denn ich werde das Qigong anleiten und da ist Hektik nicht von Nutzen. 



Wir üben barfuß, unter einem Kirschbaum auf der Wiese zwischen Hauptgebäude und Kräutergarten. Dabei wundern wir uns, dass sich die Kirschen schon rot färben. In diesem Jahr ist alles recht zeitig und die Sonne versucht ihr Bestes, um einen sommerlichen Eindruck zu machen. Nach einer halben Stunde sind wir noch entspannter, nehmen wir unsere Sammelkörbe und bummeln los. Der erste Weg führt uns zu dem von einer Hainbuchenhecke umschlossenen Kräutergarten. 


Es dauert eine ganze Weile, bis Beate all unser Fragen zu den einzelnen Pflanzen beantwortet hat. Die Zeit verrinnt und wir sollten doch langsam mit dem Sammeln beginnen, mahnt die Chefin. Schließlich knurrt der eine oder andere Magen schon bedenklich. Wider Erwarten sind die Körbe schnell gefüllt. So schlimm, wie es auf dem ersten Blick schien, ist die Sache mit dem Mähen doch nicht gewesen. Es gibt noch genug für uns zu pflücken.


Im Wulfenhaus zurück, verteilen wir die Arbeiten. Kräuter waschen, Obstsalat aus mitgebrachten Früchten machen, Tee kochen, süßen Quark anrühren, Tischdecken. Für jeden findet sich eine Aufgabe. Mir fällt das Kaffeekochen zu. Als geborener Sachse bin ich da natürlich in meinem Element, glaube ich zumindest. Aber dieser Kaffee wird anders. Er bekommt als Zugabe Kardamom und Ingwer. Dann gibt es noch einen Löffel Dinkelkaffe und eine Prise Kaffeegewürz. Die Reaktionen auf die ersten Schlucke sind gespalten. Doch nach und nach überwiegt die Zustimmung. Da bin ich aber froh. Über das tolle Budwig-Müsli und Beates Brotaufstriche sind sich dagegen alle einig. Lecker, klasse und "ist das Rezept dafür auch in unserem Skript?", lauten die Kommentare. Wenn eine Frühstückszutat darin nicht aufgeführt ist, dann wird einstimmig gefordert, dass wir wissen wollen, was und wie es hergestellt wird. Nebenbei haben wir auch noch eine schwierige Aufgabe zu bewältigen. Wir sollen uns entscheiden, was wir während des Kurses selber fertigen wollen. Am liebsten würden natürlich alle auch alles machen, aber dazu reicht die Zeit nicht. Schweren Herzens müssen wir Abstriche machen. Auf alle Fälle wollen wir ein Massageöl, Gelenksalbe, ein Körperpeeling und natürlich auch Kräutersalz mit nach Hause nehmen.


Weil das späte Frühstück so lecker ist und wir zudem so viele Fragen an Beate haben, ziehen wir erst am sehr vorgeschrittenen Vormittag los, um die Kräuter für unser Mittagessen und die diversen Vorhaben zu sammeln. Es soll Spinat aus Brennnesseln und Giersch geben. Wir verlassen das Klostergelände und schlendern ein Stück auf dem Annenpfad, der das Kloster Heiligengrabe mit den Kirchen in Bölzke und Alt Krüssow verbindet, entlang. Natürlich wachsen am Wegesrand diverse Kräuter und Beate muss tausend Fragen nach Namen und Verwendung beantworten. Das tut sie mit einer Engelsgeduld und einem immensen Wissen. Es ist total interessant, aber wirklich vorwärts, kommen wir auf diese Art nicht. Als wir uns dann im Wald über die Erfahrungen beim Waschen mit Efeu austauschen, tut mir unser einziges männliches Teammitglied doch schon etwas leid. Ich glaube nicht, dass ihm dieses Thema liegt. Außerdem ist es weit über Mittag und wir haben immer noch nicht besonders viel in unseren Körbchen. Irgendwann sehen wir das ein, und beginnen endlich mit dem Sammeln. Bei so vielen Händen kommt die erforderliche Menge schnell zusammen und wir wandern frohgemut zurück.


Der Zeitplan ist uns inzwischen völlig egal, denn niemand will sich unter Druck setzen. Wir beginnen mit den Vorbereitungen für die Eigenkreationen und das Mittagessen, das wohl eher ein Brunch werden wird. Wie vorher werden die Aufgaben ohne Zeigefinger aufgeteilt und alle suchen sich eine nützliche Beschäftigung. Am großen Küchentisch zupfen wir dann tapfer die Blätter von den Brennnesseln. Den Giersch vorzubereiten ist längst nicht so schmerzhaft. Aber was soll es, auch diese Arbeit ist irgendwann getan, auch wenn kurz vor Schluss noch ein weiterer Korb mit Nesseln auftaucht. Kartoffeln schälen, Rührei machen, den Sud für die Salbe vorbereiten, die Kräuter für das Salz zubereiten – wir sind alle stark beschäftigt. Trotzdem findet man auch Zeit, die von Beate mitgebrachte Literatur durchzublättern, sich Notizen zu machen und Erfahrungen auszutauschen. Unsere Gruppe ist bunt gemischt. Einige sind Neueinsteiger auf dem Kräutergebiet, andere haben schon Erfahrungen damit. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sich Menschen, die sich nicht kennen, durch ihre gemeinsamen Interessen schnell zueinanderfinden.


Aus unserem Mittag ist tatsächlich ein Brunch geworden. Der Brennnessel-Giersch-Spinat ist nicht jedermanns Sache, aber man kann ihn essen, finden wir. Alles andere ist wie immer total lecker. Satt und zufrieden sitzen wir um den großen Tisch und beschließen, den Zeitplan endgültig zu den Akten zu legen. Stattdessen bereiten wir weiter unsere Mischungen vor. Das Rohmaterial für das Kräutersalz trocknet im Dörrapperat. Abgewaschen muss auch noch werden, denn es gibt keinen Geschirrspülautomat. Bei zwölf Personen kommt einiges zusammen. Und da sind noch nicht einmal die Sachen mitgerechnet, die wir zum Zubereiten unserer Rezepte brauchen. Trotzdem geht alles reibungslos und gelassen über die Bühne. Nach getaner Arbeit hängen wir die Trockentücher in den Dornbusch an der Hausmauer und freuen uns über den Anblick, als hätten wir ein Kunstwerk geschaffen.

Wer mag, zieht noch einmal mit dem Körbchen los und besorgt dieses und jenes. Das Abendessen lassen wir einstimmig ausfallen, alle sind noch satt. In der Küche wird gewerkelt. Schneiden, Mixen, Rühren, im Wasserdampf erhitzen. Es riecht nach unzähligen Duftölen, mit denen wir unsere Werke verfeinern wollen. Und es sieht ein bisschen aus wie beim Zauberlehrling. Überall stehen Büchsen, Gläser, Tüten mit geheimnisvollem Inhalt herum. Und dann sind da noch Kräuter über Kräuter. 


Manchmal wuseln wir alle durcheinander und stellen gleichzeitig unsere Fragen. Beate behält die Übersicht. Sie erklärt, zeigt und behält die Geduld. Die Zeit vergeht, und nach und nach werden wir müde, unser Arbeitseifer erlahmt. Schlussendlich sitzen alle am Tisch und blättern in ihren Aufzeichnungen. Ich mache mich müde auf den Heimweg und werfe zuvor noch einen Blick in die Runde. Ich glaube nicht, dass hier noch eine Party stattfinden wird. Alle sehen ziemlich geschafft aus.

Am Sonntag den 27.05.2018 bin ich nicht die Letzte, die sich am frühen Morgen, diesmal schon um sieben, in der Küche einfindet. Bei einer Tasse Ingwerwasser erfahre ich, dass am vergangenen Abend tatsächlich keine großen Sprünge mehr gemacht wurden. Aber ein Märchen gab es noch. Beate hat es vorgelesen. Ich ziehe einen Flunsch. Schade, da habe ich wieder was verpasst. Weil heute schon der letzte Tag ist, können wir nicht so bummeln, wie gestern, und ziehen zum Qigong los. Auf unserem Platz unter dem Kirschbaum beginnen wir den Tag wieder mit einigen Übungen. Danach teilen wir uns auf. Einige machen sich auf den Weg zum Kräutersammeln. Andere gehen gleich zum Wulfenhaus, um das Frühstück vorzubereiten. Ich melde mich wieder zum Kaffeekochen. Nachdem er gestern doch noch recht gut angekommen war, freue ich mich schon auf die erste Tasse dieses Wundergetränks.

Die Sammeltruppe kommt bald zurück und wir alle wuseln durch die Küche, um das Frühstück aufzutischen. Bei vierundzwanzig Händen geht das ziemlich schnell. Bald sitzen wir wieder am Tisch. Es ist lecker wie am Vortag. In unsere muntere Plauderei schleicht sich ab und zu ein bisschen Wehmut ein. Das Ende des Kurses ist leider schon in Sicht. Aber es bleibt keine Zeit, darüber zu jammern, denn die Arbeit ruft. Wir wollen unsere Produkte fertigstellen, das Mittagessen vorbereiten und so ganz nebenbei müssen die Sachen gepackt werden, denn die Heimreise steht an.

Unsere Küche verwandelt sich wieder in ein Laboratorium, das auch in Hogwards sein könnte. Wäre der Tisch nicht so stabil, würde er sich unter den Gläsern und Flaschen biegen. Nach und nach werden die letzten Vorhaben abgearbeitet. Alle beschriften stolz ihre Gefäße. Wir haben an diesem Wochenende nicht nur viel gelernt, sondern danach auch eine Menge vorzuzeigen. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen zum Mittagessen. Heute gibt es Kartoffeln mit Kräuterquark. Der schmeckt diesmal allen richtig gut.

Als die Teller leer sind, gibt es noch ein Märchen. Es ist ein bisschen traurig und passt daher gut zu unserer Stimmung. Bei der anschließenden Feedbackrunde kommt natürlich von etlichen Seiten die Zu-kurz-Bemerkung. Aber sonst sind alle zufrieden. Die Mischung aus Neulingen und alten Hasen passte. Selbst unser einziger Mann sagt, dass er sich in der schnatternden Frauenrunde wohl gefühlt hat. Wir tauschen Adressen und Telefonnummern, denn die Ersten müssen schon los. Wer noch geblieben ist, räumt auf und packt zusammen. Ich bestehe währenddessen auf einem Abschiedsschmankerl. Das gab es im letzten Jahr auch, ist mein Argument. Ich liebe die Datteln, die mit Mandelmus gefüllt und einer Walnuss garniert werden. Das Anrichten dieser Leckerei wird unsere letzte gemeinsame Aktion. Na ja, nicht ganz. Wir setzen uns noch einmal an den Tisch und genießen den Naschkram. Dann verabschieden sich die Nächsten. Das Haus leert sich nach und nach. Beate packt nun auch ihre gefühlt tausend Utensilien zusammen. Damit beladen wir ihr Auto. Eine letzte Umarmung, dann mache ich mich auf den Heimweg. Ich seufze ein bisschen, weil es schon vorbei ist, und freue mich doch schon auf das nächste Mal.




15.12.17

Welcher Weihnachtsbaum passt zu mir?

Wie jedes Jahr zu dieser Zeit stellst sich die Frage:

Welcher Weihnachtsbaum passt zu mir?

Fichte
Picea abies
Auch: gemeine Fichte, Rotfichte
Eine Fichte als Weihnachtsbaum, das gehört bei vielen Menschen zur Kindheitserinnerung. Der Baum mit den
lockeren, leicht nach oben gebogenen Äste hat relativ kurzen dunklen Nadeln, die etwas stechen. Es gibt sehr
schöne und füllige Exemplare, andere wirken aber durch den Astabstand oft etwas dünn und kahl.
Leider nadeln Fichten in warmen Räumen sehr schnell.

Fazit: Fichten gehören zu den preiswertesten Weihnachtsbäumen. Eine Fichte sollte sich aber nur derjenige kaufen, der seinen Baum für kurze Zeit aufstellen möchte.



Blaufichte
Picea pungens Glauca
Auch: Stechfichte, Edelfichte oderfälschlich (!) Blautanne
Blaufichten waren in vielen Gebieten Deutschlands lange Zeit die beliebtesten Weihnachtsbäume. Sie haben, je nach Herkunft, starre Nadeln, die von grün bis blau variieren können. Allerdings stechen diese  unangenehm.
Für Katzen- und Hundebesitzer kann das sogar ein Vorteil sein. Durch ihre starren, nach allen Seiten abstehenden Äste tragen Blaufichten schweren Baumschmuck.

Fazit: Wer den Schmerz bei Anputzen nicht scheut, hat einen Weihnachtsbaum, der seine schön gefärbten
Nadeln längere Zeit behält ohne sie abzuwerfen. Der Preis unterscheidet sich in den einzelnen Regionen, man
könnte ihn aber zur „gehobene Mittelklasse“ rechnen.



Serbische Fichte
Picea omorika
Auch: Omorika-Fichte, Heckenfichte

Diese Fichten werden meist als Hecke angepflanzt. Sie haben einen schlanken Wuchs und kurze, nach unten hängende Äste. Die Nadeln stechen nicht, sind an der Oberseite dunkelgrün und schimmern an der Unterseite durch ihre weißen Steifen oft bläulich.
Fazit: Wer wenig Platz hat, sollte auch einmal über eine Serbische Fichte nachdenken. Sie ist relativ preiswert und nadelt erst nach 1 – 2 Wochen. Die Äste sind leider nicht für schweren Schmuck geeignet. Sie wird nicht von vielen Händlern angeboten. Mein Tipp: Regionale Forstämter, Baumschulen oder örtliche Weihnachtsbaumplantagen.



Nordmann-Tanne
Abies nordmanniana

Nordmann-Tannen sind die wohl zu Zeit beliebtesten Weihnachtsbäume. Das liegt sicher daran, dass sie auch in warmen Räumen viele Tage stehen können ohne zu nadeln. Ihre Äste stehen nach meist starr ab und können auch schweren Weihnachtsbaumschmuck tragen. Die Nadeln sind dunkelgrün und weich. Frisch geschlagene Bäume duften angenehm. Viele Nordmann-Tannen stammen aus Dänemark, sind also durch den weiten Transport ökologisch nicht so ganz unbedenklich.

Fazit: Die Nordmann-Tanne ist ein schöner Baum, der lange seine Nadeln behält und freundlich zu
schmückenden (Kinder-)Händen ist. Das rechtfertigt auch einen höheren Preis.




Colorado-Tanne
Abies concolor
Auch: Grautanne

Zugegeben, an die graugrüne Benadelung muss man sich vielleicht erst einmal gewöhnen. Aber ich habe viele Kunden, die sagen: einmal Colorado-Tanne – immer Colorado-Tanne. Die unregelmäßig angeordneten, leicht gekrümmten und auffällig langen Nadeln sind weich, von heller Farbe und duften angenehm. Sie halten bis weit ins neue Jahr hinein und garantieren einen sehr langlebigen Weihnachtsbaum. Allerdings sind die Äste nicht unbedingt für Großmutters schweren Weihnachtsschmuck geeignet.

Fazit: Ein auffälliger Baum, der seinen Käufer mit angenehmen Duft und langanhaltender Schönheit
belohnt. Dafür kann man auch ein bisschen mehr ausgeben.




Korea-Tanne
Abies-Koreana

Sie ist ein schmaler Baum; geeignet für alle die wenig Platz zur Verfügung haben. Die Nadeln sind etwas gedrungen und variieren von hell- bis dunkelgrün. Ihre Unterseite ist weiß. Die Äste zeigen starr zur Seite. Manchmal bekommt man auch ein Exemplar mit Zapfen. Diese sind blau und stehen aufrecht nach oben. Leider zerrinnt diese Pracht bald. Tannenzapfen kann man nicht aufbewahren – sie zerfallen immer. Übrig bleibt der „Mittelstab“, die sogenannte Spindel. Man kann den „Zerfallsprozeß“ mit Haarlack zumindest verzögern.

Fazit: Wer wenig Platz hat und das Besondere liebt sollte es einmal mit einer Korea-Tanne versuchen. Sie sieht gut aus und nadelt spät. Das rechtfertigt den höheren Preis.
  



Nobilis
Abies nobilis
Auch: Edeltanne, Silbertanne

Mit ihr haben wir den edelsten und auch teuersten Vertreter der Weihnachtsbaumzunft. Die starken Äste der Nobilis sind dicht, aber etwas unregelmäßig benadelt und duften angenehm. Die kurzen, blaugrünen Nadeln haften lange und sind weich. Dieser Baum wirkt sogar ungeschmückt.
  
Fazit: Ein Luxusobjekt – auch durch seinen Preis – welches als Schmuck eigentlich nur Kerzen und rote Schleifen braucht.




Kiefer
Pinus silvestris

Es gibt sie noch – die Liebhaber der Kiefer. Oft hört man die Bemerkung: Als ich Kind war hatten wir immer eine Kiefer – haben sie denn keine? Ich gebe es zu: dieser Baum mit seinen aufstrebenden Ästen und den langen grünen Nadeln hat seinen ganz besonderen Reiz. Hat man sich einmal an die relativ großen Astabstände gewöhnt und den passenden Schmuck dafür ausgesucht, besitzt man einen ganz besonderen Baum, der kaum nadelt.
  

Fazit: Preiswert, haltbar und nostalgisch. Mut zur Kiefer!


14.12.17

Tolle Ideen mit alten Schraubgläsern

Hier kommen noch einige Ideen für kleine und feine Weihnachts-Dekorationen.

Wir haben zwar nicht alle ausgerechnet diese speziellen Schraubgläser zur Hand, aber ich denke, dass man die tollen Ideen auch mit anderen Gläsern umsetzen kann.
Ich bin jedenfalls restlos begeistert!

Mein Vorschlag .. entweder alle Gläser von der gleichen Art oder ganz unterschiedliche Gefäße mit der gleichen Deko-Art.


http://www.architectureartdesigns.com/18-wonderful-diy-christmas-mason-jar-ideas-you-should-craft/

Bildquelle: siehe Link






4.12.17

Und noch ein Adventskranz!

Diesmal geht es ganz ohne Tannennadel-Gekrümel ab, denn Rebecca von Sinnenrausch stellt uns eine unvergängliche Alternative vor.

Hier geht es zum Artikel:

http://sinnenrausch.blogspot.de/2017/12/adventskranz-selbermachen-mal-anders.html

Bildquelle: siehe Link


24.11.17

Einen Adventskranz selber binden

Ich bin schon lange der Meinung, dass man nicht alles selber machen bzw. schreiben muss. Zumindest wenn es um den ach so beliebten Advenstkranz geht.

Damit wir uns richtig verstehen: Also machen, d.h. binden werde ich den schon selbst, aber die Beschreibung, wie das geht, das hat Fräulein Klein auf ihrem Blog schon erledigt.

Daher gibt es hier einfach einen Link auf diesen wirklich hilfreichen Artikel:

http://fraeulein-klein.blogspot.de/2017/11/einen-adventskranz-selber-binden.html

Bildquelle: Siehe Link


16.11.17

Den Wald nach Haus holen

Nicht jeder hat wie ich den Wald vor der Tür.
Im Netz bin ich auf einige wunderbare Anregungen gestoßen, wie man sich das Waldfeeling ansatzweise nach Hause holen kann:

http://frenchbydesignblog.com/2017/11/enchanted-forest-wallpaper.html

Bildquelle: siehe Link





19.9.17

Rotkäppchen kommt hier nicht vor

Populismus ist in. Gerade in der heutigen Zeit, so kurz vor den Wahlen. Da ist doch jedes Mittel recht und keine Plattitüde zu platt (welch nettes Wortspiel) um beim gemeinen Volk zu punkten. Das Rezept ist altbekannt und leider auch bewährt. Man gibt dem besorgten und unentschlossenen Otto Normalverbraucher einen Feind, auf den er sauer sein kann. Inwiefern das Ganze berechtigt ist, das spielt keine Rolle. Man muss nur laut genug sein und tüchtig auf die (Werbe-)Trommel schlagen. Absolut wichtig ist es dabei, latente Ängste zu schüren und ans Licht zu holen. Sind keine vorhanden, dann muss man sie eben schaffen. Alldieweil ist es vollkommen unerheblich, ob man da aus einer Mücke einen Elefanten macht. Hauptsache das Feindbild stimmt.

So etwas schweißt ja zusammen und schafft Gemeinsamkeit (und natürlich auch Wählerstimmen). Der Mensch ist unglücklicherweise ein Herdentier. Also kann man ihm alles, was die Herde bedrohen könnte, auch als Gefahr verkaufen. Die AfD macht es geradezu beispielhaft vor. (Es ist übrigens nicht einmal einhundert Jahre her, da gab es noch Andere, welche nahezu perfekt darin waren Feindbilder in den Herzen der Menschen zu versenken.) Allerdings haben wir Deutschen keine Monopol auf Populismus. Wo immer man sich in der Welt umschaut, treibt er gerade die schönsten Blüten.

Und wenn es mal nicht die Andersdenkenden, die Andersgläubigen, die Andersfarbigen oder die-was-auch-immer-anders-ist-Leute sind, dann ist es eben halt mal der Wolf. Da geht doch was, denkt sich ein parteiloser Kandidat und erhofft sich durch dieses Thema Rückendeckung und Wahlerfolg.  Er ruft zur Podiumsdiskussion in die Waldschule auf. Bisher war ich immer der Meinung, dort sollte die Liebe zur Natur gelehrt werden. Aber schon allein die Aufmachung der Einladung lässt befürchten, dass die Natur (zu der der Wolf wohl unbestritten gehört) hier nicht so gut weg kommt. Ganz oben kann man in Leserichtung (das ist ein klassischer Griff in die Marketingkiste) zuerst einen zähnefletschenden Wolf (oh, wie schaut der doch grimmig drein!), dann ein gemeucheltes Schaf (das Blut ist gut erkennbar) und zum Schluss ein dickes Paragraphenzeichen erkennen. Die Botschaft ist eindeutig: Böser Wolf mordet unschuldiges Lämmchen - doch wir werden ihm mit Recht und Gesetz Einhalt bieten.



Die Liste der bei der Diskussion anwesenden Gäste spricht ebenfalls Bände. Da ist die Chefin vom Kreisbauernverband. (Deren Einstellung ich schon noch irgendwie nachvollziehen könnte, wenn ich guten Willens wäre). Ein Schäfermeister, der als Geschädigter bezeichnet wird. Gefolgt von einem Rechtsanwalt, der ehrenamtliches Mitglied im Jagdverband Brandenburg/Havel e.V. ist. Und natürlich noch der Kandidat, der uns vorm bösen Wolf beschützen will. Dem gegenüber stand ein einsamer Mensch der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V.. Ich hoffe, der Moderator hat es geschafft, dass dieser nicht fluchtartig den Saal verlassen musste. Ein derart offensichtliches Ungleichgewicht an Vertretern konträrer Meinungen lässt mich das Schlimmste befürchten.  (Dass ein Thüringer doch nicht für die Brandenburger sprechen könne, wird sicher das netteste Argument gewesen sein.)

Ich konnte leider an dem Schauspiel der Podiumsdiskussion nicht teilnehmen. (Oder vielleicht auch zum Glück für mein inneres Gleichgewicht.) Die Rückkehr aus dem Urlaub stimmt die Menschen im Allgemeinen etwas melancholisch. Ich bin da keine Ausnahme. Der Anblick, der vielen überfahrenen Tiere am Straßenrad, tat sein übriges dazu. Ich wurde nicht froher gestimmt, als ich feststellen musste, welches Ereignis ich da inzwischen verpasst hatte. Dass es möglicherweise doch besser für mein Seelenheil war, als gedacht, stellte ich beim Lesen der Lokalpresse fest. Da hatte man am Vortag der Podiumsdiskussion eine Wolfmahnwache organisiert. (Tolle Idee - vielleicht sollten wir das Mal für die vielen Hühner in den Mastanlagen machen. Sind die nicht auch irgendwie Opfer?)  Mit dabei war unter anderem auch der Vorsitzende des brandenburgischen Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Beim Lesen schämte ich mich regelrecht fremd, weil ich da auch Mitglied bin. Es tröstet mich wirklich nur ein bisschen, das auf Internetseite der Schutzgemeinschaft deutscher Wald folgende Aussage zu finden ist:
Die Etablierung von Luchs, Wolf, Wildkatze und anderen heimischen Arten wird grundsätzlich begrüßt, da diese Arten zu einem naturnahen Wald-Ökosystem gehören und gegebenenfalls zu einer Entschärfung der Wildschadensproblematik führen können.
Irgendwie bin ich ganz froh, dass am Wochenende endlich Wahlen sind. Wer weiß, worauf die Populisten sonst noch kommen. Wenn ich an die Tierkadaver recht und links der Autobahn denke, mache ich mir glatt Sorgen, dass noch jemand die Autofahrer angreifen könnte. Obwohl - die haben ja eine Lobby (ganz oben).